Verwaltung | Administration

Verwaltungsgliederung | Administrative units

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Die Österreichisch-Ungarische Monarchie bestand aus

  • den im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern (kurz »Reichsratsländer«, hier kurz auch als »Österreich« bezeichnet),
  • den Ländern der Stephanskrone (hier kurz als »Ungarn« bezeichnet) und
  • Bosnien und Herzegowina.

Die Reichsratsländer bestanden aus den namengebenden Königreichen und Ländern Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Kärnten, Krain, Küstenland, Tirol, Vorarlberg, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina und Dalmatien. Ein Teil dieser Länder (Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten, Krain, Vorarlberg, Schlesien, Bukowina) war deckungsgleich mit Handelskammerbezirken, die anderen (Küstenland, Tirol, Böhmen, Mähren, Galizien) waren jeweils in zwei bis fünf Handelskammerbezirke geteilt. Darüber hinaus waren die Länder in Politische Bezirke geteilt, die ihrerseits in der Regel aus zwei oder mehr Gerichtsbezirken bestanden (einige Politische Bezirke waren zugleich identisch mit Gerichtsbezirken). Darunter gab es Politische Gemeinden, die jeweils aus einer oder mehreren Katastralgemeinden bestanden.

In Ungarn gab es Regionen, die der Größe nach ähnlich wie die österreichischen Länder angesehen werden können. Sie sind in der ersten der hier wiedergegebenen Karten mit den etablierten Bezeichnungen versehen (Rechtes Donauufer, Donau-Theiß-Becken usw.). Die amtliche ungarische Statistik teilt das Gebiet nach diesen Regionen ein, im übrigen hat diese Gliederung aber keine administrative Bedeutung. Jede der Regionen bestand aus Komitaten und Munizipalstädten, die statistisch ungefähr so gut dokumentiert sind die die Politischen Bezirken in Österreich und relevante adminstrative Einheiten waren. Sie waren allerdings in der Regel größer als die Politischen Bezirke. Die Komitate waren in Stuhlbezirke unterteilt, die der Größe nach etwa österreichischen Politischen Bezirken oder Gerichtsbezirken entsprechen, aber weniger dicht dokumentiert sind. Darunter gab es ebenfalls Gemeinden.

Die Reichsratsländer und Ungarn waren im wesentlichen zwei separate Staaten, jeweils mit eigener Gesetzgebung, Exekutive und Gerichtsbarkeit. Zu den Maßnahmen, die man in Koordination vornahm, gehörte auch die amtliche Statistik, jedenfalls in wichtigen Teilen. So wurden die Volkszählungen gleichzeitig abgehalten. Die Auswertung und Publikation der Ergebnisse erfolgten aber getrennt und nicht ganz einheitlich.

Bosnien und Herzegowina waren seit 1878 von Österreich-Ungarn besetzt, seit 1908 annektiert. Das Gebiet gehörte zu keinem der beiden Staaten, sondern unterstand dem gemeinsamen Finanzministerium (nicht zu verwechseln mit dem österreichischen Finanzministerium und dem ungarischen Finanzministerium). Die bosnisch-herzegowinische Statistik war daher von der österreichischen und der ungarischen Statistik unabhängig. 1910 allerdings hielt man auch in Bosnien-Herzegowina eine Volkszählung ab, also im selben Jahr wie in den Reichsratsländern und in Ungarn. Das Gebiet war in Kreise und darunter in Politische Bezirke eingeteilt. Letztere waren Einheiten ähnlich den Politischen Bezirken in Österreich. Die wesentlichen Daten sind in der Regel für die Politischen Bezirke verfügbar.

The Austro-Hungarian Monarchy consisted of

  • the Kingdoms and Lands represented in the Imperial Diet (referred to here as »Austria«),
  • the Lands of the Crown of St Stephen (referred to here as »Hungary«) and
  • Bosnia and Herzegovina.

Austria comprised the kingdoms and provinces of Lower Austria, Upper Austria, Salzburg, Styria, Carinthia, Carniola, the Littoral, the Tyrol, Vorarlberg, Bohemia, Moravia, Silesia, Galicia, Bukovina and Dalmatia. Some of these provinces (Lower Austria, Upper Austria, Salzburg, Carinthia, Carniola, Vorarlberg, Silesia, Bukovina) coincided with Chamber of Commerce districts, whilst the others (Littoral, Tyrol, Bohemia, Moravia, Galicia) were each divided into two to five Chamber of Commerce districts. Furthermore, the provinces were divided into political districts, which in turn generally consisted of two or more judicial districts (some political districts coincided with judicial districts). Below these were political municipalities, each consisting of one or more cadastral municipalities.

In Hungary, there were regions which, in terms of size, can be regarded as similar to the Austrian provinces. They are labelled with their established names on the first of the maps reproduced here (Right Bank of the Danube, Danube-Tisza Basin, etc.). Official Hungarian statistics divide the territory into these regions; however, this division has no administrative significance. Each of the regions consisted of counties and municipal towns, which are statistically documented to roughly the same extent as the political districts in Austria and were relevant administrative units. They were, however, generally larger than the political districts. The counties were subdivided into districts, which correspond in size to Austrian political districts or judicial districts, but are less extensively documented. Below these were also municipalities.

Austria and Hungary were essentially two separate states, each with its own legislature, executive and judiciary. Among the measures undertaken in coordination were official statistics, at least in key areas. Thus, the censuses were conducted simultaneously. However, the evaluation and publication of the results took place separately and were not entirely uniform.

Bosnia and Herzegovina had been occupied by Austria-Hungary since 1878 and annexed in 1908. The territory did not belong to either of the two states, but was administered by the joint Ministry of Finance (not to be confused with the Austrian Ministry of Finance and the Hungarian Ministry of Finance). Statistics for Bosnia and Herzegovina were therefore independent of those for Austria and Hungary. In 1910, however, a census was also held in Bosnia and Herzegovina, in the same year as in the Reichsrat provinces and in Hungary. The territory was divided into counties and, within these, into political districts. The latter were units similar to the political districts in Austria. The key data are generally available for the political districts.

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