Bevölkerungswachstum | Population growth
Bevölkerungswachstum | Population growth






Das Bevölkerungswachstum wurde im Vergleich der Ergebnisse aufeinanderfolgender Volkszählungen erhoben, das heißt man verglich die Bevölkerungszahl von 1890 mit jener von 1900, danach wieder die Zahl von 1900 mit jener von 1910. Diese Ergebnisse sind hier jeweils dargestellt. Für Bosnien-Herzegowina gab es als Vergleichszahl für 1910 nur die Ergebnisse der Zählung von 1895. Die resultierenden Veränderungsraten wurden auf ein zehnjähriges Wachstum umgerechnet, um eine Vergleichbarkeit mit Österreich und Ungarn zu ermöglichen.
Das gesamte Bevölkerungswachstum war in Ungarn (einschließlich Kroatien) durchwegs positiv, ebenso in Bosnien-Herzegowina. In Österreich wuchs die Bevölkerung in Dalmatien, Galizien und der Bukowina sowie in Salzburg, in den anderen Ländern war das Ergebnis gemischt. Es gab Regionen mit durchgehend starkem Bevölkerungswachstum wie das Gebiet von Wien bis in die Obersteiermark, teils auch Nord- und Nordwestböhmen und Teile Mährens. In Tirol gab es nach 1900 durchgehend ein Bevölkerungswachstum.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen dem natürlichen Bevölkerungswachstum und der Migrationsbilanz. Die Migration wurde nicht direkt beobachtet, sondern ergab sich als Restgröße aus einer anderen Berechnung: Berechnet wurde das natürliche Bevölkerungswachstum, also die Differenz aus Geburten und Sterbefällen, was man aufgrund der laufenden Erhebungen dieser Daten leicht bewerkstelligen konnte (man verfügte über eine jährliche Statistik der Geburten und Todesfälle). Aus diesen Daten ergab sich, wie groß die Bevölkerungszahl gewesen wäre, wenn es keine Wanderung gegeben hätte. Der Vergleich mit der tatsächlichen Bevölkerungszahl ergab den Wanderungseffekt.
Das natürliche Bevölkerungswachstum war vor und nach 1900 überall positiv, es überwogen also überall die Geburten gegenüber den Sterbefällen. Ganz anders sieht es bei der Wanderungsbilanz aus. Insgesamt war die Österreichisch-Ungarische Monarchie ein Auswanderungsgebiet. Einige Regionen hatten dennoch einen Wanderungsgewinn zu verzeichnen, vor allem städtische Gebiete, die auf den Karten aufgrund ihrer geringen räumlichen Ausdehnung nicht besonders ins Auge fallen. Ländliche Gebiete waren überwiegend Abwanderungsgebiete, die wegen ihrer größeren Fläche auf den Karten auch auffälliger wirken. Einige Gebiete bilden Ausnahmen, zum Beispiel die Obersteiermark, die nicht städtisch ist, aber mit ihrem Bergbau und ihrer Industrie Migranten anzog. Die Industriegebiete in Nordböhmen und das Bergbau- und Industriegebiet um Ostrau, die ebenfalls eine positive oder jedenfalls nicht negative Wanderungsbilanz hatten, waren allerdings auch deutlich dichter besiedelt als das steirische Industriegebiet, also nicht rein ländlich. In Ungarn und anderen Gebieten mit einem hohen natürlichen Bevölkerungswachstum wie Galizien führte auch die Abwanderung in der Regel nicht zu einem Bevölkerungsrückgang, in einer Reihe von sonstigen Gebieten aber schon.
Population growth was calculated by comparing the results of successive censuses; that is, the population figures for 1890 were compared with those for 1900, and subsequently the figures for 1900 with those for 1910. These results are shown here. For Bosnia-Herzegovina, the only comparative figure available for 1910 was the result of the 1895 census. The resulting rates of change were converted to ten-year growth figures to allow for comparison with Austria and Hungary.
Overall population growth was consistently positive in Hungary (including Croatia), as it was in Bosnia-Herzegovina. In Austria, the population grew in Dalmatia, Galicia and Bukovina, as well as in Salzburg; in the other provinces, the results were mixed. There were regions with consistently strong population growth, such as the area from Vienna to Upper Styria, parts of northern and north-western Bohemia, and parts of Moravia. In Tyrol, there was consistent population growth after 1900.
A distinction must be made here between natural population growth and net migration. Migration was not observed directly, but was derived as a residual figure from another calculation: natural population growth, that is, the difference between births and deaths, could easily be calculated thanks to the ongoing collection of this data (annual statistics on births and deaths were available). These data revealed what the population size would have been had there been no migration. Comparing this with the actual population size yielded the migration effect.
Natural population growth was positive everywhere both before and after 1900; in other words, births outnumbered deaths everywhere. The situation is quite different when it comes to net migration. Overall, the Austro-Hungarian Monarchy was a region of emigration. Some regions nevertheless recorded a net migration gain, particularly urban areas, which do not stand out particularly on the maps due to their small geographical extent. Rural areas were predominantly regions of emigration, which appear more conspicuous on the maps because of their larger area. Some areas are exceptions, for example Upper Styria, which is not urban but attracted migrants with its mining and industry. The industrial areas in Northern Bohemia and the mining and industrial area around Ostrava, which also had a positive or at least not negative net migration, were, however, also significantly more densely populated than the Styrian industrial area, that is, they were not purely rural. In Hungary and other areas with high natural population growth, such as Galicia, emigration did not generally lead to a decline in population, but it did in a number of other areas.
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